Vieles ist im Wandel , auch das moderne Staudensortiment erfährt ständig Veränderungen und Neuerungen.
Eine Gattung ist jedoch nach wie vor angesagt und hat demnächst ihren großen Auftritt im Garten

die Pfingstrose (botanisch Paeonia) – ein echter Klassiker

 

Immer fällt mir dabei meine Oma Dora ein – neben dem obligatorischen Gemüsegarten unterhielt sie einen wirklich schönen Staudengarten, und ihre Lieblingspflanze war neben der Kaiserkrone ihre rote Pfingstrose, die mit jedem Jahr schöner und üppiger wurde und jedes Jahr mehr Blütenstiele hervor brachte – diese wurden peinlichst genau von meiner Oma gezählt und die Anzahl stolz im Freundinnen-Kreis verkündet. Wer bietet mehr?

Bauernrosen und chinesiche Hybriden

Wir unterscheiden in unserem Angebot zwei Pfingstrosen-Arten.

Paeonia officinalis – sie wird auch als echte Pfingstrose oder als Bauernrose bezeichnet. Ihre Blütezeit liegt zwischen Mai und Juni. Charakteristisch sind ihre im Wurzelbereich befindlichen verdickten Rhizome. Ihre Wuchshöhe liegt etwa bei 70-80 cm.

Die stark gefüllten und duftenden Blüten sind rot, rosa oder weiß.
Etwas später setzte die Blütezeit der Paeonia Lactiflora-Hybriden ein.
Hier handelt es sich um die chinesische Pfingstrose oder auch Edelpfingstrose .
Sie wird höher als die Bauernrose und ist im ganzen Habitus straffer und ordentlicher.
Es gibt hier sehr viele teilweise schon im 19. Jahrhundert gezüchtete Sorten in verschiedenen Farben, auch einfach blühende Sorten sind dabei, die sehr natürlich wirken, aber nur eine kurze Blütezeit aufweisen.

Meine Lieblingssorten

Eine meiner Lieblingspaeonien ist ‚Sarah Bernhard‘ , eine rosa gefüllte Sorte, die bereits um 1900
gezüchtet und nach der Schauspielerin Sarah Bernhardt benannt wurde.
Diese Rosa ist sooo schön, nicht zu pink, nicht zu blass – einfach perfekt.
Ich liebe auch ‚Duchesse de Nemours‘ – allein schon wegen des wohlklingenden Namens. Schneeweiß ist sie und erfreute Pflanzenliebhaber schon Mitte des 19.Jahrhunderts .

Eine weitere sehr beliebte Sorte ist die ebenfalls sehr alte ‚Festiva Maxima‘
mit ihrem charakteristischem starken Duft und den ebenso charakteristischen wenigen roten Flecken auf den weißen Blütenblättern.

 

Pfingstrosen brauchen Raum – sie werden nicht gerne von anderen Pflanzen bedrängt.
Ganz wichtig ist ein durchlässiger Boden, damit die empfindlichen Wurzeln keine Staunässe erfahren. Regelmäßige Kalkgaben tragen zur Gesunderhaltung bei.
Oft hören wir von Kunden, dass ihre Pfingstrose eifrig schöne Blätter treibt, aber nicht zur Blüte kommt.

Pfingstrosen möchten nicht zu tief gepflanzt werden

Möglicherweise wurde die Pflanze zu tief in den Boden gesteckt.

Das Rhizom sollte nur knapp unter der Erdoberfläche liegen. Meist hilft ein Anheben der Pflanze, um Blüten zu bekommen.

Ansonsten möchten Pfingstrosen allerdings in Ruhe gelassen werden. Sie können sehr alt werden und möchten an ihrem Gartenplatz ungestört viele Jahre stehen bleiben.

Ein schönes Zitat vom große Staudenzüchter Karl Foerster passt an dieser Stelle:

 

„Die Pfingstrose kann alt werden wie ein Landpfarrer und möchte auch wie dieser – nicht versetzt werden“.

 

Pfingstrosen mögen keine große Hitze.
Lichte, halbschattige Plätze werden daher bevorzugt.
Hier bleibt auch nach der Blüte in den meisten Fällen das Laub schön und stabil
Und bekommen wir einen freundlichen warmen Herbst , darf man sich auch über eine schöne Färbung der Blätter freuen.

Die Pfingstrose – eine großartige Schnittblume

Als Schnittblume ist die Pfingstrose übrigens unschlagbar.

Knospig geschnitten hält sie mehr als eine Woche.
Einfach ein paar Blüten – und laubstiele in eine schöne Vase gestellt – ohne floristischen Firlefanz –
so versprüht sie am schönsten ihren bäuerlichen Charme und füllt mit ihrem kostbaren zarten Duft den Raum.
Das Laub ist ebenfalls als kräftiges Beiwerk und üppiger Füller in Sträußen zu verwenden.
…. oder man lässt es stehen und freut sich an der flammenden Herbstfärbung.

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